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Die AG Geschichte hat an einem besonderen Forschungsprojekt mitgewirkt: Die Schüler Lionel und Marlon De Mitri arbeiteten gemeinsam mit dem Historiker Dr. Christian Mühling an einer bislang kaum untersuchten Quelle aus dem Niedersächsischen Landesarchiv in Bückeburg.
Im Mittelpunkt stand ein rund 200 Seiten umfassender Briefwechsel zwischen Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1724–1777) und der italienischen Schauspielerin Elena Barbanti. Die Brüder übernahmen die anspruchsvolle Aufgabe, die handschriftlichen Briefe in italienischer, französischer, englischer und deutscher Sprache zu entziffern. „Das war nicht immer einfach, hat aber viel Spaß gemacht“, berichten sie. Durch die intensive Arbeit mit den historischen Quellen konnten sie nicht nur spannende Einblicke in das Leben des 18. Jahrhunderts gewinnen, sondern auch wichtige Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten sammeln.
Die Briefe aus den Jahren 1747 und 1748 erzählen von einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte. Während der Graf aus einem Feldlager in Flandern sehnsuchtsvolle Briefe auf Französisch schrieb, kämpfte Elena Barbanti in London um finanzielle Unterstützung, die Anerkennung ihres gemeinsamen Kindes und ihre persönliche Unabhängigkeit. Trotz großer Schwierigkeiten und persönlicher Rückschläge bewies sie dabei bemerkenswerte Stärke und Eigenständigkeit.
Die Forschungsergebnisse zeigen zugleich, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen von Männern und Frauen im 18. Jahrhundert waren. Elena Barbantis Schicksal steht beispielhaft für die Herausforderungen, mit denen viele Frauen ihrer Zeit konfrontiert waren.
Für Lionel und Marlon hat die Arbeit an dem Projekt das Interesse am Fach Geschichte weiter gestärkt und wertvolle Erfahrungen für zukünftige wissenschaftliche Projekte vermittelt.
Bericht und Bilder: Oliver Murawski und Len Schütt, Leistungskurs Geschichte Jg. 12