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Am 05. Mai besuchten die Klassen 10b, 10c und 10d die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg, wo sich zur Zeit der NS-Diktatur mehrere sogenannte Konzentrationslager befanden. Vor Ort wurden wir in Kleingruppen eingeteilt und erhielten, zunächst noch in einem vorgelagerten Besucherzentrum, eine kurze Einweisung zum Verhalten auf dem Gelände der Gedenkstätte sowie ein paar Informationen zu Geschichte und Architektur der Anlage.
Danach ging es für die Gruppe, in der ich mich mit anderen Mitschülerinnen und Mitschülern aus der 10c befand, auf das Gelände. Um das Haupttor zu erreichen, mussten wir einen Weg entlang der ehemaligen Offizierskaserne, der ehemaligen NS-Zentrale, welche heute eine Art „Denkmal - Garten“ ist, und der ehemaligen Sowjetischen Zentrale nehmen. Schließlich standen wir auf einem großen Platz vor dem Haupttor und uns wurde gezeigt, unter welchen schlimmen Bedingungen die Häftling damals die „Willkommensrede“ bei ihrer Ankunft an diesem Ort des Grauens hören mussten.
Auf dem dreieckförmigen Gelände befanden sich mehrere zu einem Halbkreis angeordnete Barackenfundamente, zwei von ihnen waren wieder errichtet worden, um den Besucher*innen vor Augen zu führen, wie man sich die konkrete Situation der Häftlinge vorstellen muss. Unser Besuch in Oranienburg ging jedoch über das reine „Anschauen“ und „über-das-Gelände-Gehen“ hinaus: In den oben bereits erwähnten Kleingruppen, angeleitet von kompetenten Workshop-Leiterinnen und Leitern, beschäftigten wir uns u. a. mit den Krankenbaracken, der sogenannten „Judenbaracke 38“, der „Pathologie“ und der Häftlingsküche. Dort konnten wir die inhumanen Bedingungen, unter denen die Häftlinge im KZ leben mussten, noch genauer kennenlernen: nämlich durch die Beschäftigung mit Ausstellungsdokumenten in Form von Text- und Bild- sowie auch gegenständlichen Quellen.
Im Anschluss führte uns unser Guide zur sogenannten „Station Z“ (der damaligen Vernichtungsanlage). Dort wurden mittels Gaskammern und Genickschussanlagen viele Häftlinge ermordet. Alleine in einem Jahr wurden dort 13000 sowjetische Soldaten umgebracht. Auch von dieser Station war nur das Fundament vorhanden, was jedoch auch schon eine sehr bedrückende Wirkung hatte.
Diese „Geschichte vor Ort“ zeigte uns auf erschreckende Art und Weise, wie die Menschenwürde in diesem Lager missachtet wurde. Als kleines Fazit bleibt: Die vier parallel laufenden Workshops für uns 63 Schülerinnen und Schülern waren informativ aufgebaut. Bedauerlich fanden wir jedoch, dass aktuell, wie man uns mitteilte, vieles nicht restauriert oder neu aufgebaut werden könne, da die finanziellen Mittel dafür einfach nicht ausreichen würden. Die bereits vorhandenen restaurierten/ wieder aufgebauten Gebäude hatten einen hohen Lehrwert: Als positiv empfanden wir, dass die in ihnen gezeigten Ausstellungen immer wieder auf den aktuellen (Forschungs-)stand gebracht wurden, z. B. kenntlich gemachte Korrekturen/ Überarbeitungen enthielten, sodass die Inhalte zeitgemäß präsentiert werden konnten.
Insgesamt war der Aufenthalt in der Gedenkstätte sehr beeindruckend. Sie ist definitiv ein Mahnmal dafür, dass sich die Geschichte nicht wiederholen darf.
Bericht: Lasse Schilderoth, Klasse 10c