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Spendenübergabe an Flüchtlingsheim

Begegnung mit minderjährigen Flüchtlingen im Pippelweg

Monatelang auf der Flucht, über Tausende von Kilometer vom Sudan über Libyen, die lebensgefährliche Überfahrt über das Mittelmeeer bis nach Deutschland, und das als Jugendlicher ganz allein, ohne Eltern, allein nun auch in einem fremden Land – wer kann sich das überhaupt vorstellen?

Anlässlich der Spendenübergabe der Erlöse des Aktionstags gegen Rechts trafen SchülerInnen der HvF sieben jugendliche Flüchtlinge. Auf Einladung der Heimleitung waren Mitglieder der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sowie SR-Mitglieder zu Gast in einer der fünf Wohngruppen für minderjährige unbegleitete Füchtlinge im Pippelweg. Herzlich begrüßt und mit selbst gebackenen und gekochten Leckereien aus den Heimatländern der 15 bis 19jährigen Jungen bewirtet entwickelte sich ein lockeres Gespräch, in dem die SchülerInnen einen interessanten, manchmal auch bedrückenden Eindruck von den Flucht- und Lebensbedingungen der WG-Bewohner bekommen konnten.

Viele der Jugendlichen haben eine monatelange Flucht hinter sich, sind aus Afghanistan, Syrien, dem Sudan, Nigeria, der Elfenfeinküste oder Albanien geflohen, seit wenigen Monaten nun in Braunschweig und lernen hier neben der deutschen Sprache auch das Land mit all seinen Unterschieden zu ihrer Heimat kennen. Und zu den besonderen Problemen kommen dann noch die alltäglichen, altersspezifischen, die denen der deutschen Jugendlichen so sehr ähneln: Handy-Nutzung, Taschengeld, abendliche Ausgehzeiten.

Die Jugendlichen erzählten von ihren Erfahrungen in Deutschland, von Kontakten in Sportvereinen und Schwierigkeiten mit dem Wetter, dem Schulbesuch und Essensgewohnheiten. Die SchülerInnen fragen interessiert nach, die Betreuerinnen ergänzten ihre Ausführungen und so entstand ein vielschichtiges Bild, das Erstaunen ebenso auslöste wie Verständnis für die besondere Situation der jungen Männer.

Außerdem konnten die SchülerInnen die Außenanlage der Unterkunft in Augenschein nehmen und erkennen, wie hilfreich die übergebene Finanzspritze sein wird. Noch gibt es nur eine wüste Brachfläche und selbst gebaute Palettenmöbel. Mit dem Spendengeld sollen nun Beete angelegt, ein Grillplatz errichtet und ggf. ein kleiner Schuppen gebaut werden – alles möglichst zusammen mit den WG-Bewohnern, damit sie ihr Umfeld selbst gestalten können.

Am Ende wurden die SchülerInnen eingeladen zum Zuckerfest am 24. Juni, dem Fastenbrechen nach dem Ramadan und zum Sommerfest nach den Ferien. Wenn von Seiten der SchülerInnen Interesse bestünde, könnte es auch ein gemeinsames Garten-Gestalten geben, zumindest aber einen Besuch, wenn die Gartenplanungen in die Tat umgesetzt worden sind.

Mit vielen Eindrücken verabschiedeten sich die SchülerInnen, auch überzeugt, dass das gesammelte Geld für diese Flüchtlingsunterkunft sinnvoll angelegt ist.

AnsprechpartnerIn

Martin Conrad (CONR)
Beratungslehrer
Unterrichtet Deutsch, Politik-Wirtschaft und Wirtschaftslehre
conrad@hvf-bs.net
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